Seit dem 1. November 2011 gibt es für Trinkwasser zwar einen Grenzwert von zehn Mikrogramm Uran pro Liter. Dieser sei laut der Verbraucherorganisation Foodwatch jedoch so hoch angesetzt, dass zwar Erwachsene, nicht aber Säuglinge und Kleinkinder geschützt seien. Vorsicht bei Mineralwasser: Der Gesetzgeber hat diesen Grenzwert nur für Trinkwasser festgelegt.
Etwa jedes achte Mineralwasser sei laut Foodwatch deutlich höher belastet. Lediglich Mineralwasser mit dem Hinweis "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" dürfe nicht mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2009 eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht. Laut Foodwatch gehe daraus eindeutig hervor, dass zehn Mikrogramm pro Liter zu viel seien. Selbst vier Mikrogramm wären für Säuglinge und Kleinkinder noch bedenklich.
Wie gelangt das Uran in unser Wasser?
Zum einen kommt Uran als natürliches Element fast überall im Boden vor. Fließt das Quellwasser, welches später als Mineralwasser abgefüllt wird, durch uranhaltiges Gestein, nimmt es dieses wasserlösliche Schwermetall auf. Außer natürlicher Radioaktivität trägt die Landwirtschaft erheblich zum Urangehalt in unserem Trinkwasser bei. Laut Umweltbundesamt würden jedes Jahr allein in Deutschland 167 Tonnen Uran mit Düngemittel auf die Äcker versprüht. Seit 1951 seien mit phosphathaltigen Düngern mehr als 13.000 Tonnen Uran in den Boden gelangt. Mit den Jahren sickert das Schwermetall in das Grundwasser und gelangt so in unser Trinkwasser.
Foodwatch fodert deutlich niedrigere Grenzwerte. Sowohl in Trink- als auch Mineralwasser sollen lediglich zwei Mikrogramm pro Liter erlaubt sein. Weitere Informationen unter: www.foodwatch.org